Wer durch eine Gewalttat einen gesundheitlichen Schaden erlitten hat, kann nach dem Gesetz über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (OEG) eine Versorgung erhalten.

Sie haben also einen Anspruch auf Opferentschädigung, wenn gegen Sie eine Gewalttat, das heißt ein vorsätzlicher, rechtswidriger tätlicher Angriff begangen wurde.

Einem tätlichen Angriff stehen gleich die vorsätzliche Beibringung von Gift, die wenigstens fahrlässige Herbeiführung einer Gefahr für Leib und Leben eines anderen durch ein mit gemeingefährlichen Mitteln begangenes Verbrechen (z.B. Brandstiftung, Sprengstoffanschlag).

Anspruchsberechtigt sind Sie auch, wenn Sie bei der rechtmäßigen Abwehr einer Gewalttat gesundheitlich geschädigt worden sind.

Anspruchsberechtigt sind Geschädigte aber auch Hinterbliebene (Witwen, Witwer, Waisen, Eltern).

Eine Versorgung wird nur auf Antrag gewährt. Von dem Antrag hängt der Beginn der Versorgungsleistungen ab. Daher empfiehlt es sich, dass Sie den Antrag unmittelbar nach der Tat  stellen. Sie können dies aber auch zu jeder Zeit und auch Jahre nach der Tat noch nachholen.

Liegen die Voraussetzungen für die Gewährung einer Opferentschädigung vor, so erhalten Sie Leistungen in entsprechender Anwendung der Vorschriften des Bundesversorgungsgesetzes. Umfasst davon sind im wesentlichen Heil- und Krankenbehandlung, Beschädigten- und Hinterbliebenenrente, Leistungen der Kriegsopferfürsorge.

Den Antrag müssen Sie an das Landesamt für soziale Dienste richten.

Ihre Ansprechpartnerin für Verfahren nach dem OEG ist Rechtsanwältin Birgitt Lüeße